WDW 2.0 Presse 2026

Wünsch Dir Was  -  2.0 Presse  Jahr 2026

Zur Förderung durch die beiden Stiftungen (Bürgerstiftung Dreieich und Hahnair-Foundation) wurden 3 Projekte aus Dreieich zur gemeinsamen Förderung ausgewählt:

Kräutergarten (Erweiterung) / Stolpersteine (Gegen das Vergessen) / Dreieichhörnchen (Farm-Arena)

In der Presse (OP) gibt es hierzu hilfreiche Informationen und Ergänzungen für die Erhöhung der Spendenbereitschaft.

Diese Artikel für die laufenden Projekte 2026 finden Sie hier.


Hier der Artikel OP von Anfang August 26 zu dem Projekt "Stolpersteine"


Zehn Veranstaltungen für den Herbst 2026 und das Frühjahr 2027 präsentiert das Team der Initiative Stolpersteine Sprendlingen: 

Sonja Arnold (von links), 

Marion Altenburg-van Dieken und 

Anja Eschmann mit dem Programm. © Nicole Jost

Sprendlingen – Hinter jedem der 45 Stolpersteine, die bislang in Sprendlingen verlegt worden sind, verbirgt sich ein Schicksal. Wer waren diese Menschen? Und wie konnte es dazu kommen, dass sie verfolgt, deportiert oder ermordet wurden? Antworten auf diese Fragen möchte die Stolperstein-Initiative Sprendlingen mit ihrem neuen Programm für die zweite Jahreshälfte 2026 und das Frühjahr 2027 geben. Die Veranstaltungsreihe, in Kooperation mit den Freunden Sprendlingens, vermittelt den historischen Kontext jener Zeit und steht im Zusammenhang mit den dokumentierten Einzelschicksalen.

Lore Schwarz erzählt aus ihrer Kindheit

Die Veranstaltungen starten mit einer Erzählreihe (drei Termine), die am 2. September mit der Zeitzeugin Lore Schwarz beginnt. Die heute 92-Jährige berichtet um 19 Uhr im Pop-up-Store, Offenbacher Straße 1, von ihrer Kindheit in Sprendlingen, von Ausgrenzung und Verfolgung ihrer jüdischen Nachbarn sowie von Menschen, die Mut bewiesen und Hilfe leisteten. "Sie hat viele Geschichten zu erzählen und unterstützt ihren Vortrag mit Fotos aus der Zeit", kündigt Marion Altenburg-van Dieken, Mitglied im Team, an. Erstmals kooperieren die Frauen mit der Kreis-Volkshochschule, die die Ladenfläche in der Offenbacher Straße im September angemietet hat. Dort sind drei Vortragsabende sowie die Abschlussveranstaltung nach der Stolpersteinverlegung geplant.

Die dritte Verlegeaktion mit dem Kölner Künstler Gunter Demnig ist für den 16. September geplant. Neben den Schülern aller fünf weiterführenden Schulen werden Nachfahren der Familie Bendheim, der die Flucht nach Porto Alegre gelungen war, erwartet, die eigens aus Brasilien und der Schweiz anreisen. "Eine Enkelin von Emil Bendheim und eine Ur-Ur-Enkelin. Darüber sind wir natürlich froh, denn diese Begegnungen mit den Nachfahren sind immer sehr besonders", freut sich Mit-Koordinatorin Sonja Arnold. Erstmals wirken außerdem die "Omas gegen Rechts" mit, die die Veranstaltung musikalisch begleiten.

Weiterhin setzt die Initiative bewusst auf unterschiedliche Zugänge zur Geschichte. Stadtarchiv-Mitarbeiter Wilhelm Schäfer beleuchtet das jüdische Leben in Sprendlingen während der NS-Zeit (18. September, 19 Uhr im Pop-up-Store). Gudrun Czerwinski erzählt die Geschichte ihres Großvaters Heinrich Staub (24. September, um 19 Uhr im Pop-up-Store), der wegen seiner politischen Haltung verfolgt wurde und im KZ Dachau ums Leben kam.

Große Erwartungen verbinden Arnold und Altenburg-van Dieken auch mit dem Theaterstück "Annes Kampf – Anne Frank versus Adolf Hitler" (4. November, um 19.30 Uhr im Bürgerhaus). Das Berliner Schauspielduo Marianne Blum und Thomas Linke verknüpft Anne Franks Tagebuch mit Auszügen aus Hitlers "Mein Kampf". Schülerinnen und Schüler werden mit Workshops auf das Stück vorbereitet.

Am 27. November (19 Uhr, Aula Weibelfeldschule) ist ein weiterer Höhepunkt geplant: Der bekannte Schauspieler Roman Kniska wird mit dem Literaturkonzert "Deutschland, siehst Du das nicht?" zu Gast sein. Eine szenische Lesung zum Untergang der Weimarer Republik. Begleitet wird Kniska von der Gruppe OPUS 45 – fünf Musikern, die Swing von Cole Porter und Schlager der Comedian Harmonists spielen. "Das geht unter die Haut", verspricht Marion Altenburg-van Dieken. Weitere Programmpunkte beschäftigen sich mit den Nürnberger Prozessen, dem Chansonkünstler Friedrich Hollaender, der Verfolgung des Eintracht-Fans Helmut "Sonny" Sonneberg sowie mit der Familiengeschichte der Autorin Claudia Fratz, die sich in ihrem Buch mit dem Schweigen ihrer Großmutter über die NS-Zeit auseinandersetzt.

Hinter dem umfangreichen Programm steckt viel ehrenamtliche Arbeit – und viel Überzeugungsarbeit bei Förderern. Das Team hofft, mit den Veranstaltungen nicht nur das Stammpublikum zu erreichen, sondern auch jüngere Menschen und Besucher, die bislang kaum Berührung mit dem Thema hatten. Das komplette Programm ist auf der Internetseite stolpersteine-sprendlingen.de zu finden.NICOLE JOST

Spendenaktion "Wünsch Dir was 2.0"

Die Bürgerstiftung Dreieich und die Hahnair-Foundation unterstützen die Stolperstein-Initiative dabei, die Ausstellung "Gegen das Vergessen" des Fotografen Luigi Toscano nach Sprendlingen zu holen. Geplant ist, die großformatigen Porträts von Holocaust-Überlebenden auf dem Gelände des HLL zu zeigen. Für Ausstellung und Begleitprogramm benötigt die Initiative 5.000 Euro. Jede Spende, die eingeht, verdoppelt die Hahnair-Foundation. Spenden an: Bürgerstiftung Dreieich, Sparkasse Langen-Seligenstadt, IBAN DE34 5065 2124 0039 1233 93, oder VR Bank Dreieich-Offenbach, IBAN DE28 5059 2200 0005 0593 21. "Stolpersteine" im Verwendungszweck angeben. NJO